Mythos oder Fakt? 8 populäre Gelenkirrtümer im Faktencheck
Rund um Gelenke und Arthrose kursieren unzählige Halbwahrheiten. Wir überprüfen die häufigsten Annahmen auf ihren wissenschaftlichen Gehalt.
Bei Arthrose muss man das Gelenk konsequent schonen.
Falsch! Knorpel besitzt keine Blutgefäße und ernährt sich nur durch Bewegung. Vollständige Schonung schwächt die Muskulatur und lässt den Knorpel weiter verhungern. Gezielte, gelenkschonende Bewegung ist die beste Medizin.
Knacken im Gelenk bedeutet automatisch einen Knorpelschaden.
Falsch! Schmerzloses Knacken beruht meist auf platzenden Gasbläschen in der Gelenkflüssigkeit (Kavitation) oder Sehnen, die über Knochenvorsprünge gleiten. Erst wenn Schmerzen oder Schwellungen hinzukommen, sollte es abgeklärt werden.
Nahrungsergänzungsmittel können zerstörten Knorpel wieder aufbauen.
Falsch! Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Beweis dafür, dass Pillen oder Pulver verloren gegangenen Knorpel nachwachsen lassen. Sie können bei manchen Personen Schmerzen leicht dämpfen, ein Knorpelaufbau findet jedoch nicht statt.
Röntgenbild und Schmerzstärke stimmen immer überein.
Falsch! Viele Menschen mit stark fortgeschrittenen Abnutzungen auf dem Röntgenbild haben kaum Beschwerden – und umgekehrt. Schmerz entsteht im komplexen Zusammenspiel von Nerven, Entzündungen und Muskelspannung.
Bei Rückenschmerzen hilft am besten strikte Bettruhe.
Falsch! Schon nach 48 Stunden Bettruhe bauen stabilisierende Muskeln ab und Schmerzen chronifizieren leichter. Moderate Alltagsbewegung und Spaziergänge führen nachweislich schneller zur Besserung.
Arthrose betrifft nur alte Menschen.
Falsch! Zwar steigt die Häufigkeit im Alter, doch frühere Sportverletzungen (z.B. Kreuzbandriss), Fehlstellungen oder Übergewicht können bereits bei 30- oder 40-Jährigen zu Knorpelveränderungen führen.
Mehr Sport ist für Gelenke automatisch besser.
Falsch! Gelenke brauchen den Wechsel aus Belastung und Erholung. Wer ohne Pause trainiert oder Beschwerden ignoriert, riskiert Überlastungsschäden an Sehnen und Knorpel.
Jede Gelenkspritze heilt die Ursache der Beschwerden.
Falsch! Spritzen (z.B. mit Kortison oder Hyaluronsäure) dämpfen lediglich temporär Schmerz und Entzündung. Sie können ein wertvolles Zeitfenster öffnen, um wieder aktiv zu trainieren, beheben aber nicht die mechanische Ursache.